Eigene Website ohne Programmieren

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Ob aus privaten oder geschäftlichen Gründen – eine eigene Webpräsenz kann in vielen Situationen notwendig sein. Doch wer direkt zur nächsten Webagentur geht, wird schnell feststellen, dass die Preise selbst für recht einfache Seiten schnell im vierstelligen Bereich liegen.

Es gibt jedoch heutzutage eine ganze Reihe an Produkten, die es Anfängern und Fortgeschrittenen ermöglichen, sich eine eigene Website ganz ohne Programmieren aufzubauen. Hier wollen wir dir vier empfehlenswerte Tools vorstellen.

Jimdo – schnell & einfach

Einer der schnellsten Wege zur eigenen Seite dürfte Jimdo sein. Nach der Registrierung landet man in einem Assistenten, der einem einige Fragen zur Website stellt und damit schon mal ein Grundgerüst erstellt. Dieses Grundgerüst kann nun vom User in einem grafischen Editor an die Bedürfnisse angepasst werden.

Deine Website wird in Jimdo aus einzelnen Blöcken zusammengesetzt, die jeweils eine bestimmte Funktionalität bieten. So gibt es simple Blöcke wie „Text“ oder „Bild“, aber auch komplexere wie „Slideshow“ oder „Speisekarte“. Du fügst also einfach Blöcke ein und veränderst ihre Inhalte.

Jimdo ist relativ inflexibel, was das Layout der Seite angeht. Jeder Block hat ein fest vorgegebenes Layout, das auch vom Nutzer nicht verändert werden kann. Der Vorteil hierbei ist natürlich, dass deine Seite mit minimalem Aufwand schon relativ gut aussieht, aber es lässt sich nur sehr begrenzt an besondere Bedürfnisse anpassen.

Die Verwendung von Jimdo ist kostenlos möglich, allerdings bist du dann auf 5 Seiten limitiert und bekommst keine .de-Domain. Wer mehr will, muss also zahlen; die Tarife starten ab 9€ pro Monat.

Insgesamt ist Jimdo vor allem für absolute Anfänger empfehlenswert. Wer jedoch Flexibilität beim Layout wünscht, ist hier falsch.

Webflow – mächtiger Designer

Webflow kann man sich am ehesten als „Photoshop für Websiten“ vorstellen. Im Vergleich zu Jimdo wird dir hier wesentlich mehr Flexibilität beim Design geboten: Alle Elemente lassen sich nahezu beliebig verschieben und anordnen; Farben, Schriftarten und Abstände können frei eingestellt werden.

Das führt aber auch zu einem großen Nachteil: einer deutlich höheren Einstiegshürde. Gerade für Neulinge kann es einige Zeit dauern, bis man die Eigenheiten der Software verstanden hat. Und es ist gar nicht so leicht, ein Layout zu basteln, das dann auch wirklich gut aussieht. Grundkenntnisse in Design und HTML sollten also idealerweise vorhanden sein.

Für den Einstieg bietet Webflow eine eigene Serie an Video-Tutorials: https://www.youtube.com/playlist?list=PLPmnoMVpkxfiYN2cE4qY9G9gIkz8YDY-u

Webflow lässt sich kostenlos testen, aber für die produktive Nutzung ist ein Abonnement notwendig. Kostenpunkt: ab 12$ im Monat.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Webflow sich insbesondere an professionelle Web-Designer richtet, aber auch für ambitionierte Hobbynutzer ein mächtiges Werkzeug sein kann, wenn einem große Freiheiten beim Gestalten wichtig sind.

WordPress – flexibel durch Plugins

WordPress startete ursprünglich als einfach Blogging-Lösung, hat sich aber mittlerweile zu einer Software entwickelt, mit der man komplette Websites bauen kann.

Im Gegensatz zu den anderen hier vorgestellten Lösungen ist WordPress Open-Source und lässt sich auf jedem beliebigen Webspace installieren. Du behältst also die Hoheit über all deine Daten, hast dafür aber etwas zusätzlichen Aufwand, da du regelmäßig WordPress-Updates installieren musst (was nur wenige Mausklicks kostet).

Die Funktionalität von WordPress ist von Haus aus relativ begrenzt, aber es gibt tausende Plugins, um Funktionalität nachzurüsten. Hier findest du die WordPress Plugin-Datenkbank: https://de.wordpress.org/plugins/

WordPress liefert einen grafischen Editor namens Gutenberg mit, aber es gibt noch weitere Editoren, die sich als Plugin nachinstallieren lassen. Hier ist insbesondere Elementor (kostenlos) zu erwähnen, der sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten bietet und in seiner Mächtigkeit fast an Webflow herankommt.

Besonders interessant ist WordPress also für Bastelfreudige, die bereit sind, die notwendige Zeit für das Suchen nach der idealen Kombination an Plugins zu investieren. Im Gegenzug bekommt man dann auch sehr viele Freiheiten, da es für nahezu jedes erdenkliche Problem ein entsprechendes Plugin gibt.

Bubble – für komplexe Web-Apps

Bubble.io wirkt auf den ersten Blick ähnlich wie Webflow, ist aber wesentlich mächtiger. Denn mit Bubble lässt sich auch komplexe Programmlogik abbilden; die anderen hier genannten Tools zielen hingegen vor allem darauf ab, eine schöne Seite zu bauen und mit Text und Bildinhalten zu füllen. Mit Bubble kannst du jedoch tatsächlich richtige Web-Apps bauen, also z. B. einen Twitter-Clone.

Praktisch läuft es so ab, dass du Elemente (z. B. einen Knopf) in deine Seite einfügst und dann aus einer Liste die Aktion auswählst, die beim Anklicken ausgeführt werden soll. Natürlich bist du hier an die Aktionen gebunden, die Bubble dir zur Verfügung stellt, aber es gibt dort eine Menge an Auswahlmöglichkeiten.

Auch eine Datenbank ist vorhanden, sodass du z. B. ein Registrierungs-Formular basteln kannst, welches die eingegebenen Daten dann auch tatsächlich abspeichert; sodass beim späteren Einloggen dann geprüft werden kann, ob die eingegebenen Daten mit denen in der Datenbank übereinstimmen.

Wenn du einen Vorgeschmack bekommen möchtest, was mit Bubble alles möglich ist, solltest du dir folgende Seite mit Beispielen ansehen: https://bubble.io/how-to-build

Bubble lohnt sich auf Grund der Komplexität aber im Vergleich zu den anderen Werkzeugen nur dann, wenn du wirklich auf die Flexibilität in Bezug auf Programmlogik angewiesen bist.

Fazit

Am schnellsten und einfachsten steht die eigene Website mit Jimdo. Allerdings bist du hier auch am stärksten eingeschränkt. Jimdo bietet sich insbesondere an, wenn du das Design nicht sonderlich anpassen willst, sondern der Fokus eher auf den Inhalten liegt.

Soll es etwas mehr sein, dann kommen Webflow und WordPress in Frage. Für WordPress benötigst du einen eigenen Webspace, während Webflow eine Cloud-Lösung ist. Dafür kann WordPress mit tausenden Plugins an deine Bedürfnisse angepasst werden, wobei die Suche nach guten Plugins einiges an Zeit verschlingen kann. Webflow wiederum bietet noch mehr Kontrolle beim Layout, was insbesondere für Design-Experten von Vorteil ist.

Bubble ist das mächtigste Werkzeug und kommt dann in Frage, wenn du nicht bloß eine simple Website, sondern eher eine Web-Applikation entwickeln willst. Hiermit kannst du eigene Programmlogik definieren, also z. B. eine Website ähnlich zu Twitter oder Instagram bauen, ohne programmieren zu müssen. Dafür ist die Einstiegshürde bei Bubble auch mit Abstand am größten.