Reich werden als Programmierer

Programmierer üben eine anspruchsvolle Tätigkeit aus, deren Bedeutung für die Gesellschaft immer weiter anwächst. Dementsprechend sollte dieser Job auch sehr gut bezahlt sein und das Potenzial bieten, um reich zu werden – könnte man zumindest denken.

Programmierer in Deutschland verdienen nicht viel

Doch die Realität in Deutschland sieht anders aus. Die Gehälter liegen meist im Bereich von etwa 70.000€ pro Jahr, Einstiegsgehälter nur bei etwa 45.000€.

Auch wenn dies auf den ersten Blick natürlich nicht übel klingt, sollte man bedenken, dass beispielsweise ein Chefarzt etwa 290.000€ pro Jahr verdient. Zwar mag letzterer Beruf stressiger sein und auch einiges an Erfahrung voraussetzen, dennoch stellt sich die Frage, ob eine derartige Diskrepanz wirklich angemessen ist.

Tatsache ist, dass man mit 70.000€ pro Jahr nie wirklich reich werden wird. Zwar gibt es einige Methoden, mit denen man ein höheres Gehalt bekommen kann, aber damit wird man trotzdem nicht in die Sphären des wirklichen Wohlstands vordringen.

Blick in die USA

Um die deutschen Gehälter in einen Kontext zu setzen, kann ein Blick in die USA hilfreich sein. Denn dort findet sich ein ganz anderes Gehaltsgefüge für Programmierer.

So zahlen führende Unternehmen im Silicon Valley schon Praktikanten Gehälter von etwa $6000-$8000 pro Monat. Für Festanstellungen von Uni-Abgängern sind Werte deutlich über $120.000 pro Jahr absolut üblich. Mitarbeiter mit langjähriger Arbeitserfahrung können sogar Vergütungen von über $500.000 pro Jahr erzielen.

Auf der Seite levels.fyi lassen sich die Gehaltsgruppen in den großen Technologiekonzernen betrachten. Je nach Erfahrung gibt es unterschiedliche „Level“. Ein Uni-Absolvent startet bei Google z. B. in Level 3 (L3) und kann dann schrittweise aufsteigen. Die Details hierzu variieren von Unternehmen zu Unternehmen.
Hierbei ist zu beachten, dass oftmals zusätzlich zum Gehalt noch Aktienoptionen ausgezahlt werden. Entscheidend ist also die Gesamtvergütung, die auf der Seite mit „Total“ bezeichnet ist.

Ein Uni-Absolvent verdient bei Google also bereits ca. $180.000 pro Jahr. Nach einigen Jahren dürfte man L5 erreicht haben und verdient nun $360.000 im Jahr. Weiter aufzusteigen wird nun schwieriger, da man Führungsqualitäten zeigen muss. Ist dies der Fall sind Einkünfte von über $500.000 pro Jahr möglich.

Natürlich sind die Lebenshaltungskosten im Silicon Valley höher als in den meisten deutschen Städten, aber dies wird durch das höhere Gehalt mehr als aufgewogen.

Betrachten wir nun einige Möglichkeiten, dieses Wissen zu nutzen, um mehr Geld zu verdienen.

Option 1: In die USA auswandern

Die erste Möglichkeit liegt darin, in die USA zu gehen und für ein großes Technologieunternehmen zu arbeiten. Leider ist es im Allgemeinen relativ schwer, ein US-Visum zu erhalten. Es gibt verschiedene Typen von Visum, die wir näher beleuchten wollen:

Das H-1B Visum ist eine Option, allerdings ist es auf drei Jahre befristet und erfordert eine feste Stellenzusage des US-Arbeitgebers. Außerdem ist die Zahl der Bewerbungen meist sehr hoch, so dass die Chancen eher schlecht stehen.

Dann gibt es das O-1 Visum, welches an Personen mit außerordentlichen Fähigkeiten in einer wissenschaftlichen Disziplin vergeben wird. Die genauen Kriterien hierfür sind leider recht unpräzise, so dass im Einzelfall geprüft werden muss, ob man in Frage kommt.
Wenn du beispielsweise einen Doktortitel hast, in Fachzeitschriften publiziert hast und in einer bestimmten Disziplin zu den Vordenkern gehörst, dann dürften deine Chancen nicht allzu schlecht stehen.

Zuletzt gibt es die Greencard-Lotterie, allerdings liegen die Gewinnchancen hier nur bei etwa 1-2% für einen Deutschen.

Es ist also tendenziell schwierig, an ein Visum zu kommen. Sollte es dir aber gelingen, eines zu erhalten, solltest du dich mit den Einstellungstests der großen Tech-Unternehmen vertraut machen. Oftmals muss man dort schwierige algorithmische Probleme lösen. Eine gute Vorbereitung ist also essenziell.

Option 2: Remote-Arbeit für US-Unternehmen

Falls du kein Visum bekommst oder dir der Umzug zu stressig ist, liegt ein alternativer Ansatz darin, für ein US-Unternehmen von zu Hause (z. B. Deutschland) aus zu arbeiten. Hier kannst du im Idealfall US-typische Löhne erhalten, ohne tatsächlich dort leben zu müssen.

Leider sind nur wenige Unternehmen bereit, Heimarbeiter aus Europa einzustellen; es ist also nicht einfach, einen solchen Job zu finden. Auch kann es passieren, dass sie einem Mitarbeiter außerhalb des Silicon Valley niedrigere Löhne zahlen, da eben dessen Lebenshaltungskosten auch geringer sind.

Auf angel.co/jobs findest du viele Jobangebote von Tech-Unternehmen, meist aus dem Silicon Valley, allerdings sind nur wenige davon Remote-Jobs. Auch gibt es Jobbörsen wie weworkremotely.com oder auch Stack Overflow Jobs, wo man nach Remote-Jobs filtern kann.

Option 3: Selbstständigkeit

Der nächste Weg mehr Geld zu verdienen liegt in der Selbstständigkeit, um als Freiberufler oder Gewerbetreibender Programmier-Aufträge anzunehmen.

Der durchschnittliche Stundensatz für IT-Arbeiter in Deutschland liegt laut gulp.de bei etwa 90€. Würde man 160 Stunden im Monat arbeiten, ergäbe das ein Monatseinkommen von 14400€. Wenn du gut bist, sind sicherlich auch Stundensätze im Bereich von 120€ möglich.

Auch wenn dies erstmal beeindruckend klingt, sollte bedacht werden, dass man als Selbstständiger nicht 100% der Zeit tatsächlich arbeiten wird. Es fallen viele administrative Aufgaben und auch die Kundenakquise an. Realistisch dürfte also eher sein, dass du 50-70% deiner Zeit tatsächlich produktiv arbeitest.

Zwar ergibt sich nun immer noch ein akzeptables Gehalt, aber als Selbstständiger erhältst du beispielsweise kein Einkommen, wenn du Urlaub machst oder krank bist.

Insgesamt ist die Selbstständigkeit im IT-Bereich also tendenziell besser bezahlt als ein Angestelltenverhältnis, aber wirklich vermögend wird man hier auch nicht.

Option 4: Eigene Projekte / Passives Einkommen

Es gibt jedoch noch einen weiteren Weg, um als Programmierer Geld zu verdienen: passives Einkommen. Das heißt nichts anderes, als Webseiten, Handy-Apps oder Handy-Spiele zu entwickeln und auf eigene Faust zu vermarkten.

Der Clou dabei ist, dass passives Einkommen weitestgehend von der aufgebrachten Arbeitszeit entkoppelt ist. Du erhältst keinen fixen Lohn für jede investierte Stunde, sondern profitierst von einem langsam, aber langfristig steigenden Einkommen; du verdienst auch Geld, wenn du schläfst.

Allerdings dauert es einige Zeit, bis deine Projekte an Fahrt aufnehmen und signifikante Mengen Geld abwerfen. Dementsprechend ist es sinnvoll, neben dem Job mit kleinen Projekten anzufangen und sich langsam zu steigern.

Als guter Einstieg bieten sich Nischenseiten an, also Webseiten, die ein sehr spezielles Thema behandeln (z. B. Schlagbohrmaschinen). Umso spezieller das Thema, umso weniger Konkurrenz gibt es, und du hast eine realistische Chance bei Google weit nach oben zu rücken. Sobald deine Seite Besucher hat, kannst du mit Hilfe von Affiliate-Links eine Provision für jedes verkaufte Produkt erhalten.

Wenn du ein paar Nischenseiten hast, kannst du als nächstes eigene Apps oder Spiele entwickeln. Hier ist es schwieriger, Nutzer zu bekommen, aber das Verdienstpotenzial ist tendenziell sehr hoch.

Fazit

Programmierer werden in Deutschland nicht sehr gut bezahlt. Um damit wirklich reich zu werden, kommt Auswandern in die USA in Frage, ist aber mit hohen Hürden verbunden.

Daher ist unsere Empfehlung für Programmierer mit etwas unternehmerischem Interesse, sich neben dem Hauptberuf ein zweites Standbein mit passiven Einnahmequellen aufzubauen.
Denn nur wer sich vom Arbeitsmarkt abkoppelt, hat die Chance, wirklich reich zu werden.